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Herzensart – über wilde Kerle, gutes Design & Herzenswünsche

Danielle / 23. Januar 2012


Quellen der Inspiration: Auf der Suche nach neuen Ideen, gutem Design und einfach nur liebenswerten Produkten begegnen wir immer wieder großartigen DIY-Talenten, Produktdesignern und Lebenskünstlern. Eine davon ist Sandra Monat, die 2005 ihr Kunst- und Design-Label herzensart gegründet hat und seitdem – inspiriert durch Mythologie und Geschichte – eine wachsende Kollektion an Unikaten und Kleinserien entwirft.


Was war die Initialzündung für dein Label?
Eine geschenkte Nähmaschine und ein hölzernes Schaf, das ich restauriert und neu mit Stoff bezogen habe. Beides hat mich veranlasst, zum ersten Mal einen Stoffladen zu betreten.
Von da an bin ich der Näherei verfallen.



Was hast du davor gemacht?
Während meines Studiums in München habe ich bei einem Softwarekonzern gejobbt. Nach dem Abschluss kam es zur Festanstellung und so bin ich ein paar Jahre dort “hängen” geblieben. Irgendwann aber war der Herzenswunsch “was anderes, was kreatives, was mit den Händen zu machen” so groß, dass ich die Stelle gekündigt habe, um fortan als freie Künstlerin mein Dasein zu bestreiten.



Wo arbeitet Herzensart?
Mein Atelier befindet sich in Siegburg (zwischen Köln und Bonn) in einer ehemaligen Fabrik, ca. 10 Minuten Fahrzeit von meinem Zuhause entfernt.



Machst du alles selbst oder hast du noch Unterstützung?
Ich bin eine One-Woman-Show und mache so gut wie alles selbst. Ich bin meine eigene Design-Abteilung, Materialeinkauf, Produktion, “Marketing”, Vertrieb & Versand. Die technische Umsetzung der Webseite inklusive Webshop macht glücklicherweise Michael, mein Mann. Er freut sich auch immer sehr, wenn ich mal wieder mit neuen Ideen in der Tür stehe, die er dann umsetzen darf. Es gibt einige Artikel, wie bspw. Stempel, Webbänder, Teller oder Karten, für die ich lediglich die Entwürfe gemacht habe, die Produktion erfolgt aber meist durch kleine, deutsche Firmen. Ganz frisch ist eine Kollaboration mit dem Little Tiger Verlag, für die ich Papierartikel entwerfe.



Welche deiner Produkte sind am beliebtesten?
Die Wikinger in allen Varianten – vom genähten Wikinger-Unikat über die Wikingerteller und -Stempel bis zu den Wikingerkarten. Aktuell sind auch die Webbänder aus meiner “Little Britain-Serie” sehr beliebt, die letztes Jahr in Zusammenarbeit mit der Bandweberei Kafka entstanden sind.



Wovon lässt du dich für neue Entwürfe inspirieren?
Kann ich gar nicht so genau sagen, meist ploppt eine Idee von irgendwoher auf und dann mache ich mir dazu ein paar Notizen und erste Entwürfe in meinem Skizzenbuch. Oft dreht es sich bei meinen Figuren um die wilden Kerle aus vergangenen Zeiten.


Hast du auch Vorbilder?
Ein Vorbild vielleicht nicht gerade, aber es gibt unzählige Künstler und Kreative, die ich großartig finde, und die mich inspirieren – zu viele, um hier Namen zu nennen. Oft faszinieren mich Frauen, die ihr eigenes Ding machen und damit erfolgreich sind. Das motiviert mich sehr.


Was macht für dich gutes Produktdesign aus?
Eine gewisse Zeitlosigkeit und Ästhetik, und die Verwendung von guten, umweltverträglichen Materialien.


Inwiefern spielen Trends eine Rolle?
Man unterliegt ständig so vielen Einflüssen und Trends, auch ein Designer kann sich davon nicht frei machen. Was gutes Design ist, zeigt sich vielleicht erst nach vielen Jahren, wenn es dann immer noch “funktioniert” bzw. ansprechend ist.


Jedes Unternehmen muss bekannt werden, welche Mittel setzt du dafür ein?
Ich schreibe ein Blog, auf dem ich Einblicke in meine Arbeitsprozesse und die neuesten Kreationen gebe und poste Fotos auf flickr. Dann gibt es da noch einen sehr spärlich geführten Facebook-Account und das war´s im Grunde schon. Vielleicht eine Schwachstelle von mir, man könnte in Sachen Werbemaßnahmen wesentlich aktiver sein. Glücklicherweise finden mich trotzdem immer wieder Blogs wie pinkdrops oder Magazine & Co. und berichten über herzensart.


Welche Plattform findest du besser: Dawanda oder Etsy?
Ich mag beide. Früher hatte ich neben meinem eigenen Webshop einen kleinen Shop bei Etsy. Seit es Dawanda gibt, biete ich auch dort ein paar Produkte an.


Wofür schlägt dein Herz abseits von Herzensart?
Ich liebe Trödelmärkte, schöne Bücher und Reisen. Letzteres kommt derzeit leider zu kurz.


Was ist dir für ein gemütliches Zuhause besonders wichtig?
So lange eine gewisse Grundordnung herrscht, bin ich schon zufrieden. Aber im Ernst, die Dinge, die mich umgeben, müssen mir einfach gefallen und mir etwas bedeuten. Ich mag den Mix von Alt und Neu, abends Kerzenlicht, dazu zwei schnurrende alte Katzendamen auf dem Sofa und fertig ist das gemütliche Zuhause.


Wovon träumst du, wenn du an die Zukunft denkst?
Ich wünsche mir, dass herzensart weiterhin wächst und das Brötchen backen immer leichter von der Hand geht. Ich würde mich gerne noch mehr auf das konzentrieren, was mir neben dem Unikate nähen am meisten Spaß macht – nämlich neue Ideen ausbrüten, Entwürfe erstellen, mit neuen Materialien experimentieren und mehr mit Partnern zusammenarbeiten. Auf diese Art möchte ich herzensart weiterentwickeln.


Was gefällt dir an pinkmilk, und was würdest du wiederum anders machen?
Mir gefällt die liebevoll zusammengestellte Auswahl an schönen Dingen und ich frage mich gerade warum dort noch keine herzensart Artikel vertreten sind. Ich glaube, das ist das einzige, was ich ändern würde (zwinker).


Vielen Dank für das Gespräch, liebe Sandra!

2 kommentare

  1. jet sagte am 24. Januar 2012, um 11:01 Uhr :

    aaaaw i still love your work, it’s strong of design but also cute, keep on track please. I love it.;-D
    and i love your blog;-=D


  2. Jörg sagte am 23. Januar 2012, um 19:57 Uhr :

    Ein schöner Artikel über eine gute und vor allem nette Künstlerin. Es gibt nur noch eine kleine Ergänzung zu:
    Wo arbeitet Herzensart?
    Sandras Atelier ist gar nicht weit vom Siegburger ICE Bahnhof entfernt. Von Frankfurt bis Siegburg ist man in nur 40 Minuten gemütlich gefahren. Da kann man doch mal rein schauen ;-)
    Gruß und weiter so
    Jörg


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